transMEDIAle – data.tron, Sr. Goodbar & die Zukunft

A Parallel Image
schön & tiefsinnnig: A Parallel Image © 2008 by Gebhard Sengmüller

Medien, Technologie, Kultur – drei Begriffe die heute immer mehr ineinander verfließen und deren Trennung mittlerweile undenkbar scheint. Wir nutzen Medien im Alltag, füllen sie mit Bedeutung und lassen sie so zum festen Bestandteil unseres Lebens werden. Aber nicht nur wir geben ihnen eine Bedeutung. Auch sie lassen unsere Aktionen immer im neuen Sinn erstrahlen.

Die diesjährigen transmediale beleuchtet dieses Verhältnis
unter dem Mantel des Mottos FUTURITY NOW! Eine Woche lang würde diskutiert, prämiert, aus- und vorgestellt. Natürlich durfte ich das nicht verpassen, musste es dann größtenteils doch, da ich krank das Bett hüten musste. Dennoch habe ich es mir nicht nehmen lassen, dann heute zumindest die Medienkunstaustellung FUTURA OBSCURA sowie die Austellung der Gewinner des transmediale Awards anzusehen. Das oben beschriebene, reflexive Verhalten in einer Medienkultur steht im Zentrum der modernen Medienkunst. Sie will uns aus unserem alltäglichen, meist unbedachten Umgang mit den Medien wachrütteln uns darüber nachdenken lassen. Auch die Kunstwerke auf der transmediale haben dieses Ziel im Sinn. Und wenn auch alles auf seine Art und Weise toll war, hier nun der Fokus auf die Werke data.tron von Ryoji Ikeda und Buscando al Sr. Goodbar von Michelle Teran, die mir besonders in Ohr und Auge stachen.

Data.tron
Die Installation data.tron des Japaners Ryoji Ikeda in der 3SXGA+ version projeziert auf fast unheimliche Art und Weise die Daten mathematischer Algorithmen auf einen überdimensionalen Bildschirm und kreiert dabei Bilder und Muster. Untermalt wird das Schauspiel von einer Symphonie aus Tönen, die maschinell, aber passend zu dem gezeigten sind. Jeder Pixel davon wird genauestens durch das mathematische Prinzip data.tron [3 SXGA+ version] berechnet. Die Daten die dabei entstehen dienen Wissenschaftlern normalerweise um die Zukunft in Modellen zu beschreiben. Hier bilden sie optische Muster, die befremdend und zugleich schön sind. Der Betrachter versucht etwas daraus zu erkennen, zu deuten, muss sich aber letztendlich mit der Ästhetik des Datenmeers zufrieden geben.

Buscando al Sr. Goodbar
Das gleichnamige Werk der in Berlin lebenden Kanadierin Michelle Teran hat nicht zu unrecht den diesjährigen transmediale Award gewonnen. In einer Mischung aus Performance, Netzkunst und einem narrativen Prozess, zeigt sie die kulturelle Praxis der User von Youtube und die daraus entstehenden Videos und gibt ihnen und den Hintergründen einen Platz in einer Realität außerhalb der Clips. Teran zeigt die Position an der die Videos gedreht wurden auf einer Karte der spanischen Stadt Murcia und sucht zudem noch die User auf und lässt sich die Geschichte zu ihrem Video erzählen. Eine Grandiose Art die oftmals banal erscheinenden Videos in ihrem Kontext zu bringen und ihre gesellschaftliche Bedeutung zu verdeutlichen.

Neugierig geworden? Hier nochmal beide Kunstwerke zum Nachlesen
data.tron
Buscando al Sr. Goodbar


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