Innen statt Außen – Olafur Eliasson im Gropius Bau

Model room, 2003; Foto: Jens Friebe; Quelle: berlinerfestspiele.de

Letztes Wochenende nutzte ich die Muße des Sonntags und das eher bescheidene Wetter um mich mal wieder kulturell zu betätigen. Angeregt von einem Bericht in meiner Lieblingssendung ‚Titel Thesen Temperamente‘ (TTT) begab ich mich zum Martin-Gropius Bau. Nein, nicht um die Werke Frida Kahlos zu betrachten, wie es gefühlt eine Million Menschen an diesem Tag tun wollten, sondern um mir die Schönheiten des Dänen Olafur Eliasson anzusehen.

Schönheiten, Ja, das trifft es ziemlich gut. Ästhetik durch und durch und nach meinem Geschmack.
Nicht viel Brimborium, keine Kommentare. Einfach nur tolle Ideen, hübsch umgesetzt. „Innen Stadt Außen“ ist eine Sammlung von Kunstwerken, die alle mit Licht und Reflexion spielen. Großzügig werden Spiegel, Glas und Lampen eingesetzt. Optische Illusionen, die den Betrachter zum Schmunzeln anregen oder ihn gar verständnislos im Raum stehen lassen.

Letzteres ist vor allem dadurch angeregt, dass einfach nirgends die Titel und Beschreibungen der Kunstwerke zu finden sind. Wer sich nicht gerade eine Führung leistet, macht sich entweder selbst seinen Reim und genießt, oder wirkt verlassen und unberührt.
So zumindest schienen es die Besucher zu empfinden. Entweder fasziniert oder leicht ignorant. Sonntäglicher Ausstellungstourismus at its best.

Ich hingegen bin einfach nur froh gewesen, alleine dort zu sein und mich nicht von den Interpretationsversuchen anderer beeinflussen zu lassen. Dies fiel mir besonders auf, angesichts des Kunstwerks „Model Room“ auf. Die Skulpturen aus Papier, Draht und Glas, die ein bißchen aussehen als hätte ein Oberstufen Kunstkurs auf einem riesigen Tisch gewütet, werden allesamt von gelbem Licht angestrahlt. Dies taucht sie in dämmriges Licht und wirkt wie eine Stadt im Abend/Nachtschein. Schaut man über den Tisch hinweg, erscheinen die Mitbetrachter dagegen allesamt als hätten sie ihre Farbe verloren. Das gelbe Licht macht buntes Leben schwarzweiß.

Das dies jedoch „erschreckend“ sei, wie eine Besucherin neben mir lautstark anmerkte, konnte ich gar nicht finden. Ihr Kommentar ließ mich angenervt weiter ziehen und feststellen, dass dies einfach nicht die Ausstellung für solche grobschlächtigen Bewertungen ist. Das Motto war auch hier (vorsicht Kalauer), dass die Interpretation doch lieber innen statt außen stattfinden sollte.


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