Helden meiner Jugend – The Get Ups Kids live im Postbahnhof

Zu gut erinnere ich mich noch an den Tag als mir das Mixtape geschenkt wurde. DAS MIXTAPE! Ein Kumpel hatte es mirit zur Schule gebracht mit den Worten „Ich dachte, das würde dir gefallen!“ Liebevoll hatte er ein Cover mit rotem und blauen Filzstift bemalt. Auf diesem Cover stand in schwarzen Lettern geschrieben THE GET UP KIDS + more. Das „more“ bestand ebenfalls aus ganz guten Bands, doch im Vordergrund stand ein Album und eine Band: Something to write home about von den Get Up Kids. Bis heute einfach eins meiner Lieblingsalben und das Mixtape durfte (so lange ich noch einen Walkman nutzte) mit mir die Welt bereisen, war schon in Mexico und England, wird bis heute hin gehütet. Die Band hat mit ihren Songs absolut einen Teil meiner Spätadoleszenz  geprägt und beschrieben. Zwischen Punk und Schnulz – Emo wie man ihn liebt!

Kein Wunder also, das ich ganz aus dem Häuschen war, als ich letzte Woche erfuhr, dass eben diese Helden meiner Jugend am 14. Juni 2010 im Berliner Postbahnhof spielen sollte. Noch dazu mit der Band eines weiteren Schulfreundes als Opener. Noch nie hatte ich die Get Up Kids live gesehen und nun sollte es soweit sein. Das wusste ich! So beschloss ich also mir schnell ein Ticket zu kaufen und einfach alleine zum Konzert zu gehen. Dieses nostalgische Schwelgen sollte ganz mir gehören.

Nachdem als Longing vor Tomorrow aus meiner Heimat Aachen mit schönem Deutschsprachigen Screamo also die Show eröffnet hatten, kamen sie auf die Bühne. Das Publikum war auch schon ganz aufgeregt. Als die fünf Jungs aus Kansas, Missouri ihren Gig eröffneten ging dennoch die Stimmung nicht so gut ab. Das mag einerseits am, leider etwas steifen Berliner Publikum liegen, andererseits am neuen Sound der Band. Schließlich hatten sie sich 2005 getrennt und seit dem letzten Jahr ihr Comeback mit neuen, sphärischen Tönen gefeiert. Ab ging es dann aber doch noch, als das sich das Publikum über die Hits der beiden ersten Alben Four Minute Mile und Something To Write Home About freute.

Es wurde laut laut mitgesungen und die Emotionen der Songs der Band entgegengeschrien. Soweit es die Songs erlaubten, bewegte sich die Crowd auch. Obwohl sich die Tanzenden auf wenige (inklusive mir) beschränkte. Kein wildes gepoge, alles recht moderat. Vielleicht lag es auch ein bisschen daran, dass wir mittlerweile alle Endzwanziger bis Mittdreißiger sind und nicht mehr die 17-jährigen Wilden…

Die alten Songs waren auf jeden Fall der Oberhammer. Leider bremsten die neuen, die Stimmung immer wieder. Obwohl ich den neuen Sound nicht schlecht finde, wenn man ihn separat von den alten Liedern betrachtet, war genau diese Juxtaposition das Problem. Beides passte leider nur wenig zusammen und die Zuschauer waren halt wegen der alten Musik gekommen, die ihre Jugend beschreibt.

Den krönenden Abschluss bildete dann noch die Zugabe. Fast 20 Minuten lang, wurden Kracher wie Holiday und Coming Clean gespielt. Ein Traum! Nach Ende des Konzerts bin ich dann direkt nach Hause: glückselig und mit einem Gefühl, als wäre ich temporär wieder 17 und hörte das Mixtape zum ersten Mal…

The Get Up Kids: http://www.thegetupkids.com

Longing For Tomorrow: http://www.longingfortomorrow.de


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