Maulwurfstage

Es gibt so Tage, da fühlt man sich in jeder Hinsicht sichtlich beeinträchtigt. Wie ein Maulwurf hat man sich an die Oberfläche aus dem Schlaf gewühlt, nur um festzustellen, dass man sein Umfeld eigentlich nur verschwommen wahrnehmen kann. Der Grund aus dem diese Fehlsichtigkeit, die Schwammigkeit der eigenen Sichtweise, entspringt, kann dabei so vielschichtig sein, wie die Erde aus dem sich der kleine pelzige Grubenarbeiter gerade hochgeschoben hat. Physisch: Weil müde und erschöpft, krank oder durch eine akute sichtliche Problematik gehemmt (wie zum Beispiel eine fehlende Kontaktlinse). Psychisch: Weil depressiv, egomanisch oder noch vom Rausch der letzten Nacht mit imaginären Wattepads vor den Augen versehen. Emotional: <weil manchmal halt (vermeintlich) alles im Leben schief läuft, und man seine Gedanken und sein Blickfeld einfach nicht fokussieren kann.

Aber egal was dieser Grund auch ist: Manchmal tut es ganz gut, sich wie ein Maulwurf zu fühlen und die Dinge, die sich da an der Oberfläche abspielen nicht mehr so ganz erkennen zu können (oder zu müssen). In diesem Fall darf man dann auch einfach mal Maulwurf sein und sich wieder in der Erde verkriechen. Und dann gibt es am Ende des Tages ja doch (fast) immer eine Lösung. Auch wenn sie bedeutet, sich einfach nur an das Tageslicht der Situation zu gewöhnen, sich eine Sehhilfe zu verschaffen oder einfach nur so tun, als ob man klar sieht.

Und mit viel Glück reibt man sich dann die Augen, bis die Welt  wieder deutlich erkennbar ist und sagt: „Ich bin manchmal Maulwurf, und das ist auch gut so!“


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