Der Mensch im Schienenersatzverkehr

Gedicht

Der Mensch im Schienenersatzverkehr hat Eile

Es ist schon erstaunlich, wie der Mensch in großer Eile,
sein Tun verlangsamt für eine bestimmte Weile,
in der er keine Muße kennt,
dem Leben hinterherrennt.

Um fünf Minuten schneller am Ziel zu sein,
stellt er sich selbst ein Bein.
Er hält sich einfach nur auf,
doch das merkt er nicht,
wenn er rennt, wenn er schnauft.

Eilen, warten, genervt sein.
Drücken, warten, genervt sein.
In den Nacken atmen, warten, genervt sein.
Schimpfen, warten, genervt sein.

Er hat doch keine Zeit, das Leben ist zu kurz,
seine Termine zu dringend.
Doch merkt er nicht, dass Eile niemals zur Schnelligkeit wird
– zumindest nicht zwingend.

In all seiner Hast, sieht er kaum,
dass die Eile ihm nichts bringt,
außer eine Verkürzung seiner Lebensminuten vielleicht,
um die er doch eigentlich so verbittert ringt.

Eilen, warten, genervt sein.
Schieben, warten, genervt sein.
Ellbogen raus, warten, genervt sein.
Schimpfen, warten, genervt sein.

Sterben, warten, genervt sein.