Eine Überraschung in der Stadt

Krokusse in Berlin Friedrichshain
Heute war einer dieser Tage an denen ich gar nicht so die Lust empfand mit dem Kind im Kinderwagen draußen eine Runde zu drehen. Dabei war das Wetter so schön – kühl, aber sonnig, so prächtig herbstlich.
Am Morgen hatte ich noch große Pläne geschmiedet. Ich wollte eine längere Route wählen vielleicht an der Spree entlang oder durch einen Park. Wie an so vielen Tagen zog es mich in die Natur, also überlegte ich , wo ich diese in der Stadt am besten finden könnte.
Doch meine Pläne und Überlegungen wurden mal wieder vom Chaos des Alltags durchkreuzt. Das Kind war den ganzen Morgen müde, wollte aber nicht schlafen, war hungrig, wollte aber nicht trinken, und weil es wahrscheinlich von sich selbst verwirrt war, weinte es dann halt. Als wir dann endlich an dem Punkt waren, an dem es hinaus gehen sollte, war ich viel zu müde um noch einen weiteren Weg auf mich zu nehmen.
Frustriert und müde lief ich die Parallelstraße entlang. Wenigstens schlief das Kind dabei ein, weshalb ich beschloss, einen längeren Schlenker zu nehmen – eine Runde ums Berghain und durch den Parkstreifen neben der S-Bahn.
Ich mag diese Strecke. Irgendwie freue ich mich immer da spazieren zu gehen, wo die anderen sonst in der Schlange stehen. Außerdem ist das Berghain so ein cooles Gebäude und der Parkstreifen in seiner leicht verranzten Unordnung recht charmant. Heute leuchtete er zudem im Orange, Gelb und Grün des Berliner Altweibersommers. Das war ja doch ganz okay eigentlich, dachte ich.
Als ich dann am Ende des Parks am Street Football-Platz vorbeikam und der Vater der darauf spielenden Familie die Kinder auf eine Art Habicht (leider bin ich ornithologisch nicht so bewandert) hinwies, der da auf einem Pfahl trohnte und wahrscheinlich nach seinem Nachmittagssnack Aussicht hielt, und ich danach ein Beet voller wild wachsender Krokusse fand, die ihre Köpfchen aus dem Laubbett räkelten, erfüllte mich das mit einem Gefühl der Wärme im Herzen.
So schlecht ist die Stadt im Sachen Natur ja gar nicht, dachte ich. Zumindest weiß sie mich ab und an immer noch damit zu überraschen.


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