Das Chaos genießen 

 a clean house is a sign of a wasted lifeHach, was hatte ich mir nicht alles für heute vorgenommen! Staubsaugen wollte ich, und das Bad putzen, und Arzttermine machen, und und und. Schließlich war ja über die zwei Wochen, in denen wir nicht zuhause waren, einiges verstaubt oder liegen geblieben. 
Doch natürlich kam alles anders. Das Baby schlief viel länger als erwartet und so starteten wir erst spät in den Tag. Dann hielt ich mich lieber an Dingen auf, die nicht so wichtig waren, wie zum Beispiel ein paar Fotos ins Album zu kleben. Danach war das Baby plötzlich müde und weinte, wollte aber nicht im Bettchen, sondern nur auf dem Arm einschlafen. Also wurde es kurzerhand in die Babytrage gepackt und fiel so auch in den Schlaf. 
Doch leider lässt mein Baby sich nicht so einfach wieder ablegen, und bis auf Wäsche auf- und abhängen kann ich mit dem kleinen Känguru im Beutel nicht viel erledigen. Also habe ich mich hingesetzt, begonnen diesen Text zu schreiben.
Lustig, dass dabei gerade neben mir ein Untersetzer liegt, der den Nagel auf den Kopf trifft. „A clean house is a sign of a wasted life“, sagt er. Heute gebe ihm recht, obwohl ich eigentlich Ordnung mag, sage mir, dass Rom auch nicht an einem Tag erbaut wurde, und verschiebe auf morgen, wie es alle faulen Leute tun.
Noch ein Spruch fällt mir ein, und zwar von Nietzsche: „Man muss noch Chaos in sich tragen um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Wenn das so ist, dann liegt der tanzende Stern gerade auf meinem Bauch und schnarcht. Alles richtig so eigentlich, denke ich, atme einmal tief den Geruch meines Babys ein und beschließe das Chaos zu genießen.


2 Gedanken zu “Das Chaos genießen 

  1. Haha, genau das Bild prangt als Magnet an unserem Kühlschrank und bringt mich inmitten des (kreativen) Kinderchaos immer wieder zum lachen 🙂
    Ich mag es auch lieber aufgeräumt und sauber, ist mit dem kleinen Flitzebogen hier aber kaum noch so richtig möglich. Meine Lösung für mich ist mittlerweile, wenigstens ein Zimmer halbwegs bewohnbar zu halten: zum Durchatmen, lesen, stricken, Kind kuscheln… Irgendwann habe ich auch angefangen, die kleine Frau auf dem Rücken zu tragen, so kann man viel besser arbeiten. Ein netter Nebeneffekt war, dass sie dabei immer eingeschlafen ist 🙂
    Genießt euren kleinen Chaos-Tag!
    Martina

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