Wo ich einmal liegen will (Georgen-Parochial-Friedhof IV)

Worte & Gedanken

Kann man von seinem Grab aus eigentlich den Himmel sehen? Weil, wenn ja, dann würde ich gerne hier liegen, genau hier. Ich könnte die grasgrünen Blätter der Kastanien sehen, durch die die Sonne blinzelt, mich kitzelt an meinem langsam verottenden Gesicht. Ich hätte die Wolken im Blick, in all ihren Formen und Grautönen. Auch dann, wenn sie eigentlich gar nicht da sind. Vielleicht könnte ich aus meinen leeren Augenwinkeln auch die Häuser sehen, die um mich herum in die Höhe ragen. Manche mit Efeu bewachsen, manche mit Graffitis beschmiert, alle bewohnt.


Kann man in seinem Grab eigentlich auch die Geräusche hören? Weil, wenn ja, dann würde ich gerne hier liegen, genau hier. Umringt von Vogelgezwitscher, von Kinderlachen, von Autolärm und Straßenbahngebimmel. Eingelullt vom Rauschen von Blättern und Wind.


Wieso sollte ich eigentlich nicht darüber nachdenken, wo ich einmal liegen will, wo es doch der längste Schlaf ist, der mich jemals übermannt. Wieso sollte es nicht hier sein, wo es unendlich interessant ist. Vorausgesetzt natürlich, ich kann noch sehen und hören. Da unten in meinem kleinen, warmen