Der Gärtner

Wortzauber

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Und so stehe ich hier, mit Gummistiefeln und Handschuhen, mit Schaufel und Schere, in der Wildnis meiner Gedanken, weiß wie so oft nicht, wo ich beginnen soll. Ich kann nicht unterscheiden, was ist Unterkraut, was sind Pflanzen, begreife nicht, was weg muss, was mir am Ende einen Nutzen zollt. Also beginne ich einfach, buddle hier, schneide dort. Ich pflanze und sähe, behalte und schmeiße fort. Ich forme, was ich mag, ich schenke ihm Raum, lass es gedeihen. Ich höre nie auf, selbst im Winter nicht, verbringe jeden Tag im Freien. Ich sehe die Schwielen an meinen Händen, die gebückte Haltung meines Seins. So pflege ich meine Seele, bin der Gärtner meines Schicksals, der Gestalter meines Scheins.

Bist du bereit?

Blog, In meinem Kopf, Wortzauber

Kastanien im Herbst (c) Kathrin Eß 2016
Es ist nicht einfach Ruhe in die Gedanken zu bringen, wenn der Alltag mit voller Lautstärke schreit.

Es ist nicht leicht Ordnung im Chaos zu finden,
wenn das Leben einem so viele Dinge zeigt.

Es ist kein Kinderspiel mit Langsamkeit der Hektik zu entrinnen, wenn alles, was fehlt, ist mehr Zeit.

Es gibt so viele Ausreden nicht sofort mit all dem zu beginnen. Dabei gibt es keinen besseren Moment als jetzt, es gibt nur eine Frage:
Bin ich dazu bereit?

Der aufrechte Gang (Gedicht)

Blog, In meinem Kopf, Lyrisches, Wortzauber


Wir ziehen, wir schieben, wir drücken, Wir nutzen unsere ganze Kraft.
Wir keuchen, wir schwitzen, wir wollen nach oben,
Hoch hinaus mit aller Macht.
Und sind wir dann oben, missfällt uns der Blick,
Sah das nicht von unten viel besser aus?
So wollen wir wieder auf den Boden zurück,
Oder noch weiter – zu den Sternen hinauf.

Valentinstag (Gedicht)

Blog, Lyrisches, Wortzauber

Er schenkte ihr täglich sein Herz und sein Ohr,
doch sie wünschte sich hundert rote Rosen.
Er verstand sie besser als je ein Mensch zuvor,
doch sie wollte Schokolade in herzförmigen Dosen.

Er hätt‘ sie auf Händen getragen, kein Weg war ihm zu weit,
sie trank Champagner und nannte ihn Spinner.
So platzte der Traum von der Zukunft zu zweit
beim romantischen Candlelight Dinner.

Das Leben kennt keinen Stillstand

In meinem Kopf, Lyrisches

S-Bahn Warschauer Straße Berlin Umbau schwarz weiß
Wie kommst du mit Veränderung klar?
Was denkst du, fühlst du, wenn das Neue ist nah?
Wie ist das für dich, wenn das Unerwartete dich küsst?
Wie eine Windbö, die dich hart umstößt?
Wie steigendes Wasser, das dich unausweichlich umtreibt?
Fragst du dich noch, ob es vorrrübergeht, wenn du weißt, dass es bleibt?

Und dann, bist du ein Fels in der Brandung oder doch nur ein Blatt im Wind?
Stagnierst du oder passt du dich an ganz geschwind?
Umarmst du das Neue, stößt du es von dir, oder akzeptierst du es?
Und was, wenn du nicht mit Veränderung leben, keine Anpassung, einfach alles beim Alten lassen willst?
Wirst du dich in dir verstecken, es ignorieren, hoffen, dass es an dir vorrüberzieht?
Wirst du dich ärgern, protestieren, dich wehren, bis es vielleicht geht?

Und wenn nun das Neue aber nicht nur eine Phase ist, sondern für immer bleibt?
Was wenn die Veränderung permanent ist, weil der Fortschritt das Leben nunmal treibt?
Beobachtest du andere, wie sie mit der Veränderung umgehen?
Findest du es gut oder schlecht, wie sie die Welt sehen?
Versuchst du dann neue Facetten an dir zu entdecken, das Beste für dich aus der Veränderung zu necken?

Wirst du ein Teil des Neuen zu sein, das morgen schon wieder das Alte ist?
Wirst du akzeptieren, dass das Leben nur den Fortschritt kennt, oder weiter behaupten, dass du mit dem Stillstand glücklich bist?

Der Mensch im Schienenersatzverkehr // Gedicht

Lyrisches, Wortzauber

Der Mensch im Schienenersatzverkehr hat EileEs ist schon erstaunlich, wie der Mensch in großer Eile,
sein Tun verlangsamt für eine bestimmte Weile,
in der er keine Muße kennt,
er dem Leben hinterherrennt.

Um fünf Minuten schneller am Ziel zu sein,
stellt er sich selbst ein Bein.
Er hält sich einfach nur auf,
doch das merkt er nicht, während er rennt und schnauft.

Eilen, warten, genervt sein.
Drücken, warten, genervt sein.
In den Nacken atmen, warten, genervt sein.
Schimpfen, warten, genervt sein.

Er hat doch keine Zeit, das Leben ist zu kurz,
seine Termine zu dringend.
Doch merkt er nicht, dass Eile niemals zur Schnelligkeit wird
– zumindest nicht zwingend.

In all seiner Hast, sieht er kaum,
dass die Eile ihm nichts bringt,
außer eine Verkürzung seiner Lebensminuten vielleicht,
um die er doch eigentlich so verbittert ringt.

Eilen, warten, genervt sein.
Schieben, warten, genervt sein.
Ellbogen raus, warten, genervt sein.
Schimpfen, warten, genervt sein.

Sterben, warten, genervt sein.

Mein Leben // Gedicht

Lyrisches, Wortzauber

Life is what happens to you while you're busy making other plans

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Wind streift durch mein Haar,
nur in meiner Imagination
lass ich Musik in der Luft klingen
Wer außer mir kann das schon?

Ich fahr‘ durch eine Landschaft,
die nur in meinem Kopf existiert
Es ist Sommer, das ist mein Leben
wie es fast nie passiert.

Ja es gibt Momente im Leben in denen ich das Leben vermiss‘,
obwohl das hier das Leben ist.

Mein Herz glaubt ganz feste
an diesen Moment
Freiheit, Glückseligkeit,
die es so nur aus Büchern kennt.

Ja, es gibt Momente im Leben in denen ich das Leben vermiss‘,
obwohl das hier mein Leben ist.

Ich blick‘ in die Ferne,
doch seh‘ ich nichts dort,
nur das Bild in meinem Geiste,
bitte nimm es mir nicht fort!

Denn wenn ich fest dran glaube,
bin ich an einem anderen Platz,
der schön ist und leise,
mein Leben, mein Schatz.

Ja es gibt Momente im Leben in denen ich das Leben vermiss‘,
obwohl das hier das Leben ist.

Mein Herz glaubt ganz feste
an diesen Moment
Freiheit, Glückseligkeit,
die es so nur aus Filmen kennt.

Ja es gibt Momente im Leben in denen ich das Leben vermiss‘,
obwohl das hier mein Leben ist.

Urlaub // Gedicht

Lyrisches, Wortzauber

Meer

Urlaub

Eine Möwe fliegt über den Strandabschnitt 1 und lacht,
während Männer ihre primären und Frauen ihre sekundären Geschlechtsteile
in ganzer Pracht
im Nordwind wehen lassen.
Nahtlose Bräune füllt geteilte Träume in der Hitze des Nachmittags.

Derweil im Abschnitt 2:
Ein Eiswagenmann schiebt sich durch feinen Sand
und schreit laut über den ganzen Strand,
verteilt seine Waren an hungrige Scharen
von Klein- und Großkindern.
Der Wunsch nach Süße bringt faule auf ihre Füße in der Hitze des Nachmittags.

Ein Mensch steht im Meer und denkt:
“Wer wohl das Leben so lenkt?”
Er betrachtet das Treiben am Strand
und versucht mit ganzem Verstand
den Urlaub darin zu finden
in der Hitze des Nachmittags.