Die Gefühle

Wortzauber

IMG_9308Was ist, wenn du ein Gefühl hast, das du nicht rauslassen kannst, wenn es sich festsetzt, wie Haare in einem Ablussrohr, dort ganz langsam ein Barriere bildet, undurchdringlich für alle anderen Gefühle? Was ist, wenn sich diese anderen Gefühle dann dahinter aufstauen, immer fester drücken, das Rohr fast zum brechen bringen? Wirst du einfach nur in deinen Gefühlen herumstochern, mit einem Draht zu fein, um etwas auszurichten, zu stark um es nicht noch mehr zu verschlimmern? Wirst du schließlich zu härteren Mitteln greifen, bis deine Gefühle nur noch eine weiße Suppe sind, in der du langsam davon spülst? Wirst du sie zutage fördern, dich mit ihrer Abartigkeit auseinandersetzen, mit dem Klumpen, der sie inzwischen geworden sind? Oder wirst du warten bis das Rohr schließlich bricht, und du in einem Scherbenhaufen sitzt, aber auf deiner Hand deine Gefühle?

Der Gärtner

Wortzauber

IMG_0093.JPG
Und so stehe ich hier, mit Gummistiefeln und Handschuhen, mit Schaufel und Schere, in der Wildnis meiner Gedanken, weiß wie so oft nicht, wo ich beginnen soll. Ich kann nicht unterscheiden, was ist Unterkraut, was sind Pflanzen, begreife nicht, was weg muss, was mir am Ende einen Nutzen zollt. Also beginne ich einfach, buddle hier, schneide dort. Ich pflanze und sähe, behalte und schmeiße fort. Ich forme, was ich mag, ich schenke ihm Raum, lass es gedeihen. Ich höre nie auf, selbst im Winter nicht, verbringe jeden Tag im Freien. Ich sehe die Schwielen an meinen Händen, die gebückte Haltung meines Seins. So pflege ich meine Seele, bin der Gärtner meines Schicksals, der Gestalter meines Scheins.

Bewegungslos

Blog, In meinem Kopf, Wortzauber

Wilde Möhre an Zaun (c) Kathrin Eß 2016
Ich sitze hier, bewegungslos, kann mich nicht mehr regen. Ich lasse mir die Sonne aufs Gesicht strahlen, ihre Wärme meinen Körper erfüllen, aber so richtig fühlen kann ich sie nicht. Ich habe so viel vor, würde gerne so viel erledigen, doch gerade kann ich nichts. Wenn ich mich erhebe, das weiß ich ganz genau, laufe ich nur ziellos umher, tue hier was, tue dort was, erreiche am Ende aber doch nichts. Und so sitze ich hier völlig regungslos. Kann nur denken, kann nur schreiben. Ich suche die Motivation aufzustehen, suche sie in Menschen, suche sie in Worten, suche sie in Taten. Es gibt sie, das weiß ich, tief in mir drin ist sie immer da. Doch gerade hat sie anscheinend eine Pause, will ruhen, einfach auch mal nichts tun. Also muss ich ihrem Beispiel wohl folgen, kann nichts machen, nur hier sitzen. Bewegungslos, regungslos, irgendwann geht’s schon weiter. So war’s schon immer, so wird’s auch immer sein.

Bist du bereit?

Blog, In meinem Kopf, Wortzauber

Kastanien im Herbst (c) Kathrin Eß 2016
Es ist nicht einfach Ruhe in die Gedanken zu bringen, wenn der Alltag mit voller Lautstärke schreit.

Es ist nicht leicht Ordnung im Chaos zu finden,
wenn das Leben einem so viele Dinge zeigt.

Es ist kein Kinderspiel mit Langsamkeit der Hektik zu entrinnen, wenn alles, was fehlt, ist mehr Zeit.

Es gibt so viele Ausreden nicht sofort mit all dem zu beginnen. Dabei gibt es keinen besseren Moment als jetzt, es gibt nur eine Frage:
Bin ich dazu bereit?