Aeternitas

Blog, In meinem Kopf, Magic, Wortzauber

Kathrin Eß - Aeternitas / Himmel und Wolken/ Sky and Clouds /Und schon wieder ist das Jahr schneller als ich, überholt mich, rennt an mir vorbei. Während es schon auf Ende Januar zuläuft, Termine macht, Projekte plant, bin ich noch verkatert von der Silvesternacht, hänge fest am Neujahrstag, will ihn nicht verlassen.
Ich will nicht, dass die Zeit vergeht, will kein Vorwärts, will nur das Jetzt. Ich will noch keine Pläne schmieden, will nicht an das Nächste denken, will nur die Langsamkeit, nur den Moment, für immer und eine Ewigkeit.
Eine Idee kommt mir in den Sinn: Vielleicht verharre ich einfach solange in der Starre, beweg mich nicht, vergess die Zeit. Vielleicht vergisst sie dann auch mich, lässt das Jahr alleine in die Zukunft ziehen, lässt mich zeitlos sein im Hier und Jetzt, zeitlos in der Vergangenheit.

Jahrestage

In meinem Kopf

Kalenderblatt // Jahrestage
Du hast das Kalenderblatt gewendet. Ein neuer Monat bricht an in einem weiteren Jahr. Unweigerlich fällt dein Blick auf dieses eine bestimmte Datum, diesen einen Tag an dem du vor einem Jahr – vielleicht auch vor fünf oder mehr – etwas Bestimmtes erlebt hast. Etwas das dich geprägt hat. Ein Jahrestag.

Nicht alle Jahrestage sind Geburtstage, Jubiläen, bieten Grund zu feiern oder sich zu freuen. Nicht alle Jahrestage lassen dich in schönen Erinnerungen schwelgen. Ein „Hach, weißt du noch damals…“ wird im Zusammenhang mit den Jahrestagen, die ich meine, nicht deine Lippen gemeinsam mit einem Lächeln verlassen.

Manchmal sind es Tage des Scheiterns, die dir besonders auf dem Kalenderblatt ins Auge fallen. Manchmal sind es Tage des Verlustes – von Menschen, Lebensumständen, Wünschen und Träumen. Meistens willst du von ihnen auf jeden Fall lieber niemandem erzählen. Denn, auch wenn du es nicht gerne zugibst, hegst du deshalb vielleicht immer noch einen Groll, oder pflegst eine latente Traurigkeit über das was damals geschah. Schließlich wurdest du getroffen, leicht oder sogar schwer verletzt, und obwohl die Wunden heute schon längst verheilt sind, schimmert die Narbe an diesen Tagen immer besonders hell auf deiner Haut.

Doch so ein Jahrestag hat auch etwas Gutes, denn er lädt dich zum Nachdenken ein, bringt dich zur Reflexion. So weißt du dann heute auch, dass sich an diesem Tag damals etwas für dich selbst, an dir selbst geändert hat. Als es vor x Jahren passierte, warst du vielleicht noch blind, vielleicht ahntest du es auch schon, doch nun siehst du es recht deutlich. Es war gut, dass dies geschehen ist. Es hat dich weitergebracht, dich geprägt. Und auch wenn dieser Jahrestag kein Tag zu feiern ist, ist er doch ein Teil von dir selbst, der dir vor Augen führt, dass es im Leben nicht nur Gipfel, sondern auch Täler gibt, und dass du immer weitergehen wirst und jeder Trip – egal ob gut oder schlecht – auch in Zukunft immer die Reise wert ist.

Zeitreisen

In meinem Kopf, Magic

2013-02-20 15.06.00

In die Heimat reisen, an den Ort an dem man aufgewachsen ist, den man aber schon lange hinter sich gelassen hat, um an einem anderen Ort seine neue Heimat aufzubauen, ist für mich immer auch eine Reise in die Vergangenheit gewesen. Etwas, dass ich hinter mir gelassen habe, weil ich es so wollte. Dort befindet sich die Familie, die mich groß gezogen hat, das Haus in dem ich lebtes, mein Zimmer, meine Schule und auch eine Bushaltestelle an der ich immer mit meinen Homies abgehangen hab (Ich komm vom Dorf, bei mir war das so!).

Jeder sprichwörtliche „kleine Stein“ – soweit er dann noch existiert – hat sich mit meinen Erinnerungen verbunden, zu einem neuen chemischen Element fernab von der existierenden Realität. Ja, genau das habe ich bei meinem letzten Heimatbesuch bemerken müssen. Etwas hatte sich für mich geändert. Die Gestalt, die ich diesem kleinen Stein schenke, wenn ich über all die guten und schlechten Erlebnisse aus meiner Vergangenheit nachdenke, die ich ihm zuteile, weicht in Wahrheit ab von seiner aktuellen Wirklichkeit.