Auf der Suche nach Weihnachten

In meinem Kopf, Wortzauber

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In einer Zeit, die eigentlich so still sein sollte, so besinnlich, bin ich auf der Suche nach Ruhe, doch ich finde sie einfach nicht. Die Gedanken sind rastlos, reden unentwegt auf mich ein. Sie haben Pläne, sie haben Ziele, doch ich schaffe es nicht, ihnen zuzuhören, mit ihnen mitzuhalten. Mein Gehirn wäre nämlich lieber träge und starr, mein Herz eingeschneit, einsam, eingekuschelt in eine Decke vor einem knisternden Kamin. Die Termine und Deadlines türmen sich vor mir auf wie ein Kartenhaus, bereit mich jeden Moment unter ihnen zu begraben, also renne ich mit ihnen, neben ihnen oder vielleicht eher nur hinter ihnen her. Denn so schnell wie alle anderen bin ich nicht.
Was ist es nur mit dem Ende des Jahres, dass wir so in Stress geraten, dass wir uns nicht trauen, Langsamkeit zu wagen? Was ist es nur mit der Weihnachtszeit, dass wir lieber Dingen nachjagen, und dabei das Träumen, das Nachdenken vergessen? Hat denn niemand bemerkt, dass bald Weihnachten ist, oder haben es alle gemerkt, nur ich nicht? Sind denn alle so viel resistenter, so viel rasanter, so viel besinnlicher als ich? Vielleicht bin ich es nur, die ständig Ruhe sucht, auf Weihnachtsmärkten, in Kinderaugen, in Kerzen, Keksen und Musik. Vielleicht liegt es nur an mir die Ruhe in mein Herz zu holen, der Stille ab und zu zu erlauben, sich zu setzen, mit mir gemeinsam auf Nichts zu warten, bevor ich mich dann doch wieder mit allen anderen ins Getümmel schmeiß. Auf der Suche nach Ruhe, auf der Suche nach Weihnachten.

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Diesen Text gibt es auch zum Anhören:

Heimat ist für alle da

In meinem Kopf

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„Bald ist Weihnachten!“, denke ich und freue mich schon darauf die Tage in der Heimat zu verbringen. Dann zögere ich. Heimat…Was bedeutet das eigentlich? Lebe ich nicht eigentlich hier in Berlin? Ist das nicht meine Heimat? Was ist mit den ganzen anderen Orten an denen ich gelebt habe, an denen ich mich heimisch fühle? Sind die nicht auch meine Heimat?

Ich google die Sache mal. Wikipedia sagt dazu folgendes: „Der Begriff Heimat verweist zumeist auf eine Beziehung zwischen Mensch und Raum. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird er auf den Ort angewendet, in den ein Mensch hineingeboren wird und in dem die frühesten Sozialisationserlebnisse stattfinden, die zunächst Identität, Charakter, Mentalität, Einstellung und Weltauffassungen prägen.“ Lassen wir „hineingeboren“ und „frühesten“ mal weg, kann ich mich besser mit der Definition anfreunden, weil sie so viel mehr umfasst. Sie umfasst alle Orte, die mich geprägt haben, an denen ich meine Identität und co. gestaltete. Heimat kann also viele Orte bedeuten.

Ich frage mich also, wieso es dann manche Leute gibt, die anderen nicht gönnen, das ihre Heimat auch die Heimat anderer sein kann. Gehören die anderen nicht dazu um einen Heimatbegriff überhaupt möglich zu machen? Wäre es nicht vermessen um seine Heimat einen Zaun zu ziehen? Schließlich wäre man dann dort alleine. Wieso können wir nicht alle gemeinsam an einem Ort leben, einen Ort lieben und darüber glücklich sein?

Die Heimat in meinem Herzen ist in viele bunte Stückchen geteilt. Sie ist ein Mosaik, das mich ausmacht und das ohne die vielen anderen Menschen in meinem Leben nicht das gleiche wäre. Ich gönne absolut jedem so eine Heimat zu haben und gerne soll jeder ein Teil der meinen sein. Heimat ist für alle da und sie kann auch überall sein. Dafür muss nicht mal bald Weihnachten sein.