Der ungebetene Gast

Wortzauber

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Es ist Frühling. Träge sehe ich dem Gras beim Wachsen zu und bewundere die Natur, die mal wieder so tut, als sei nichts gewesen. Ich versuche zu verstehen, wie sie den Winter so schnell vergessen kann. Nach außen hin tu ich schließlich auch alles um den Frühling zu begrüßen, öffne alle Türen und Fenster ganz weit. Doch tief in mir drin kann ich den Winter noch nicht vertreiben. Mir steckt er noch in Mark und Bein. Also lass ich ihn, wo er ist, bereite ihm ein gemütliches Gästebett. Ich bin noch nicht so stark, doch vielleicht schafft die Natur den Rest. Und auch ich kann vergessen, nach und nach.

Ich wünsche mir einen Mantel, der die Welt warm hält

In meinem Kopf

Winter, Feld, Schnee
Ich habe kürzlich meinen Wintermantel an die Flüchtlingshilfe gespendet. Sieben Jahre hat er mir treu gedient, mich warm gehalten, vor Regen, Schnee und Wind geschützt. Wahrscheinlich hätte er das auch noch viele weitere Jahre getan, denn er war noch bestens in Schuss und auch nicht unbedingt aus der Mode gekommen.
Trotzdem habe ich ihn weggegeben. Weil ich weiß, dass ihn jemand anderes dringender braucht als ich, weil diese Person ohne einen Mantel, ohne ihren Besitz hergekommen ist, weil ich noch einen anderen Mantel habe, der mich warm halten kann und lieber den unpraktischeren trage, als zu wissen, dass es da draußen jemand ohne einen gibt.
Ich wünschte, ich hätte einen Mantel für alle Menschen, die gerade keinen haben. Ich wünschte, ich könnte alles so einfach mit allen teilen, damit es denen, die leiden, hungern und frieren etwas besser geht.
Ich wünschte, ich hätte einen Mantel, der die Welt warm hält. Einen riesigen Mantel, gefüttert und mit Kapuze. Der die Welt und alle auf ihr schützt und zeigt, wie Nächstenliebe Wärme schenkt.
Leider sind meine Mittel beschränkt. Ich hatte nur diesen einen Mantel abzugeben und ich gab noch vieles mehr. Trotzdem werde ich wieder geben.
Denn ganz vielleicht, wenn wir alle etwas gäben, dann wäre das Ergebnis sogar besser als so ein riesiger Mantel.

Bitte helft denen, die Hilfe benötigen – besonders jetzt in den kalten Tagen!
Zum Beispiel durch Blogger für Flüchtlinge (http://www.blogger-fuer-fluechtlinge.de)
und One Warm Winter -Kleidung für Obdachlose  (http://www.onewarmwinter.org)

Weltjogginghosenjahr

In meinem Kopf

2013-01-22 12.16.35Wer es noch nicht gemerkt hat: Ich arbeite gerade nicht so viel. Per Definition staatlich-bürokratischer Institutionen bin ich ein richtiger A……. Ein Wort, das ich irgendwie nicht in den Mund nehmen möchte, denn ich bin zwar einkommenslos, aber habe dennoch verdammt nochmal genug Arbeit gerade. Wer außer mir, soll denn bitte meinen ersten Roman schreiben? 
Okay, ich gebe zu, ich kann den ganzen Tag zuhause verbringen und muss nicht, wie all die anderen braven Schäfchen, hinaus ins kalte Berlibierien, wo Eislawinen und meterhohe Gletscher auf mich warten, und ich Angst haben muss beim Warten an der nächsten Tramstation einen Zeh durch Erfrierungen zu verlieren.
Ja, es ist schon angenehm, das Leben in der Jogginghose. Morgens macht man sich keine Gedanken, was man denn heute anziehen soll. Man schlüpft einfach in den modisch-kuschligen Zweibeiner und suhlt sich mit ihm freudig auf der Couch und bewegt sich maximal in die Küche oder aufs Klo. Die Jogginghose wird zum Teil von einem, sie verschmilzt mit der Haut der Beine wie das Fell beim Tier.
Doch wehe man muss das Haus verlassen. Zermarternde Fragen beherrschen auf einmal das Gehirn und wollen sich gegen die Gemütlichkeit verschwören. Ist die Jogginghose, meine zweite und geliebte Haut, ein angemessenes Kleidungsstück um einen Supermarkt zu betreten oder sogar Freunde zu treffen? Wird sie der Eiseskälte da draußen standhalten und deine armen, verkümmerten Beinchen behutsam durch die Tundrawinde tragen? Ein Dilemma!
Doch ich bin gewitzt und lasse mich von meinem besten Stück nicht trennen. Ich ziehe die Jogge einfach unter meine Jeans, wenn ich nach draußen renne!

(Gestern war übrigens Weltjogginghosentag. Herzlichen Glückwunsch nachträglich, oder was auch immer man dazu sagt.)

Im Schnee

Magic

Berlin im Winter

Schön liegt sie da, die große Stadt, zugedeckt mit einem weißen Mantel.
Der Asphalt verschwindet darunter und auch die Dächer haben sich weiße Mützen angezogen.

Man selbt sucht Wärme, die Kinder haben Spaß: Schneeballschlachten und Schlittenfahrten mit roten Wangen. Ich hätte nicht gedacht, dass es das auch hier in den Häuserschluchten gibt.

Manch miesgelaunter Mensch verflucht es schon: die Kälte, den Schnee, das Eis. Er versteht wohl nicht mehr das Besondere zu sehen, die Einzigartigkeit die sich uns gerade zeigt.

Auch ich kraksel mir meinen Weg über die Schneedünen und Schlittschuhbahnen auf den Bürgersteigen,
auch mir ist kalt. Aber ich fluche nicht, genieße es: die Ruhe, die Schönheit, die Andersartigkeit des winterlichen Moments.

Mit einem Lächeln betrachte ich die Decke aus Schnee.
Berlin, auch in weiß bist du wunderschön.