Herzlich Willkommen und…

Herzlich Willkommen auf kathriness.comIch freue mich, dich auf dieser, ja, meiner wundervollen Website, meiner ersten offiziellen Internet-Präsenz als Texterin, Autorin und  Redakteurin begrüßen zu dürfen. Setz dich hin, nimm dir einen Keks und klick dich doch einfach mal durch. Wir treffen uns dann später persönlich, ja?

Viel Spaß beim Stöbern!
Deine Kathrin

Die geheimen Abenteuer eines Maulwurfs

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Der kleine Maulwurf war endlich an der Spitze des Küchentischs angekommen. Er hatte sein Ziel erreicht, trotzdem kullerten Tränen über seine Wange. Erst gestern hatte er seine Familie im Wohnzimmer zurückgelassen. Als sie abends wie gewöhnlich in die Spielzeugkiste gestiegen waren, hatte er sich heimlich unter das Sofa gerollt. In der Nacht war er dann in die Küche geschlichen. Er wollte wissen, was sich jenseits des Hauses befand, wenn es dieses Jenseits überhaupt gab. Doch nun saß er fest. Diese teuflische grüne Kugel hatte ihn aufgespießt, es gab kein Vor und Zurück. Verzweifelt hing er da, träumte von dem was er verloren hatte. Er weinte und weinte, und hörte erst auf, als es plötzlich hell wurde. Die große Puppenspielerin hatte das Licht hineingelassen. Abrupt, unerwartet und mit viel Getöse. Er brauchte einen Moment um sich an die Helligkeit zu gewöhnen, doch dann sah er es. Er blickte aus dem rechteckigen Loch in der Wand. Wieder tropfte eine Träne von seiner Wange, diesmal jedoch vor Freude. Er weinte und lächelte. Denn er wusste, das seine Reise nicht umsonst gewesen war.

Der Weihnachtswunsch

Heute erhellen sich vielerorts die Gesichter,
denn an den Tannenbäumen brennen wieder die Lichter,
Wenn es weihnachtet.
Menschen nehmen sich gegenseitig in den Arm,
schenken sich ein Lächeln, ums Herz wird’s warm,
Wenn es weihnachtet.

Ach, wäre doch immer Weihnachten
für jeden auf der Welt.
Würden wir uns doch immer schätzen und achten,
Würden wir doch sehen, was wirklich zählt.
Denn wenn es weihnachtet, ist Liebe in der Luft, viel mehr als nur Lebkuchen- und Tannenduft.
Und ich wünsche uns allen dieses Jahr,
Dass wir sie eintamen und weitergeben,
Denn so wird der Weihnachtswunsch, der Wunsch nach Frieden vielleicht wahr.
————
Ich wünsch Euch allen ein wundervolles Weihnachtsfest. Genießt die Zeit mit Euren Lieben. ❤

Bewegungslos

Wilde Möhre an Zaun (c) Kathrin Eß 2016
Ich sitze hier, bewegungslos, kann mich nicht mehr regen. Ich lasse mir die Sonne aufs Gesicht strahlen, ihre Wärme meinen Körper erfüllen, aber so richtig fühlen kann ich sie nicht. Ich habe so viel vor, würde gerne so viel erledigen, doch gerade kann ich nichts. Wenn ich mich erhebe, das weiß ich ganz genau, laufe ich nur ziellos umher, tue hier was, tue dort was, erreiche am Ende aber doch nichts. Und so sitze ich hier völlig regungslos. Kann nur denken, kann nur schreiben. Ich suche die Motivation aufzustehen, suche sie in Menschen, suche sie in Worten, suche sie in Taten. Es gibt sie, das weiß ich, tief in mir drin ist sie immer da. Doch gerade hat sie anscheinend eine Pause, will ruhen, einfach auch mal nichts tun. Also muss ich ihrem Beispiel wohl folgen, kann nichts machen, nur hier sitzen. Bewegungslos, regungslos, irgendwann geht’s schon weiter. So war’s schon immer, so wird’s auch immer sein.

Sehnsucht

Sehnsucht/Sonnenuntergang (c) Kathrin Eß 2016Manchmal wünschte ich, ich wäre ein Vogel. Ich würde meine Flügel ausbreiten und einfach losfliegen. Der Sonne entgegen. Vielleicht auch weit von ihr weg. Durch die Lüfte würde ich schweben, alles sehen, was die Erde zu bieten hat. Denn ich sehne mich nach der Ferne, ich sehne mich nach der Welt. Würde so gern mehr erleben, Neues kennenlernen, Fremdes erfahren, doch gerade geht es nicht. Denn gerade ist nämlich alles gut so, gerade ist alles wunderschön. Also muss die Ferne warten, und ich halte mir die Sehnsucht nach ihr – als treuen Begleiter, als guten Freund.

/Dieser Text ist im Rahmen der Adventsreise von Leni und Mo auf Instagram entstanden/

In der Schleife der Zeit

(c) Kathrin Eß 2016
Als ich vom Bildschirm meines Handys aufblicke, ist die Sonne bereits aus dem Garten verschwunden. Das Wissen, dass sie im Laufe des Tages ihren Weg auch nicht mehr zurückfinden wird, macht mich traurig. Es ist gerade mal 9:08 Uhr.
Die Tage werden immer kürzer und das Jahr und die Zeit im Allgemeinen rasen an mir vorüber. Ich schreibe To-Do-Listen, versuche effizient zu sein. Ich versuche den Moment zu leben, mich in Achtsamkeit zu üben. Ich versuche meine Zeit zu nutzen und scheitere doch kläglich, jeden Tag.
So oft überlege ich, ob das, was ich den ganzen Tag mache, überhaupt richtig ist, suche mich dann selbst, weiß nicht wer ich bin. Ich versuche zu kompensieren, überdenke mein Sein, meinen Schein. Ich will mich ändern, verändern, aber meistens mache ich dann doch nichts. Vielleicht ist eigentlich alles in Ordnung. Vielleicht muss ich gar nichts ändern. So richtig weiß ich es nicht.
Ich schätze, ja, irgendwie hoffe ich sogar, dass das eine Begleiterscheinung des Erwachsenwerdens ist. Dass ich noch formen will, wo längst schon eine Form entstanden ist. Dass ich nur ein Ausweg suche aus der Schleife der Zeit.
Denn am Ende der meisten Tage ist ja doch alles wieder ok, und eins weiß ich mit Sicherheit: Dass die Sonne morgen wieder kurz den Garten berühren wird, aber dass auch das nur eine Phase ist und sie wieder länger bleiben wird. Ja, am Ende der meisten Tage weiß ich, dass das der Fluss der Dinge ist, und dass ich darin schwimmen kann, egal wie stark seine Strömung ist.

Bist du bereit?

Kastanien im Herbst (c) Kathrin Eß 2016
Es ist nicht einfach Ruhe in die Gedanken zu bringen, wenn der Alltag mit voller Lautstärke schreit.

Es ist nicht leicht Ordnung im Chaos zu finden,
wenn das Leben einem so viele Dinge zeigt.

Es ist kein Kinderspiel mit Langsamkeit der Hektik zu entrinnen, wenn alles, was fehlt, ist mehr Zeit.

Es gibt so viele Ausreden nicht sofort mit all dem zu beginnen. Dabei gibt es keinen besseren Moment als jetzt, es gibt nur eine Frage:
Bin ich dazu bereit?

Die Ferienwohnung

Leuchtturm auf Sylt (c) Kathrin Eß 2016 / Die Ferienwohnung

Als ich in der Ferienwohnung ankomme ist alles blitzblank gereinigt. Es wirkt, als hätte sie vor mir niemals jemand betreten: Aufgeräumt und steril, aber zum Glück nicht ungemütlich. Es riecht nach Seife, nach Putz- und Waschmittel. Es riecht unnatürlich, gar nicht so, als ob hier jemals ein Mensch gewesen wäre. Eigentlich ist das ja gut. Wenn man Urlaub macht, weiß man zwar, dass kurz vorher andere Leute den Raum benutzt haben, den man nun für ein paar Tage oder Wochen seine Heimat nennt, aber man will bloß nichts davon merken. Diese Reinheit ist eigentlich also nur positiv. Trotzdem breitet sie ein Gefühl des Unbehagens in mir aus, lässt mich fühlen wie ein Fremdkörper. Ja, ein besonders dreckiger und nach kaltem Schweiß riechender Fremdkörper, denn zehn Stunden Zugfahrt haben deutliche Spuren auf meinem Körper hinterlassen. Ich gehöre nicht hierher, denke ich, und würde eigentlich am liebsten wieder umkehren.
So liege ich abends starr im Bett, kann nicht schlafen, belästigt von dem Geruch des Waschmittels in dem mein Bettlaken wahrscheinlich noch heute morgen gebadet hatte. Ich sage mir, dass ich mich schnell gewöhne, ja, dass ich mich schnell gewöhnen muss. Schließlich habe ich nur eine Woche Zeit.

Sechs Tage später haben die Wohnung und ich uns angeglichen. Ich habe mein Chaos in ihr ausgebreitet, habe sie benutzt, mir zu eigen gemacht. Ich habe sie mit Leben gefüllt, ihr die Sterilität genommen. Ich habe in ihr Kaffee und Essen gekocht, in ihr geduscht und mein Deo benutzt. Ich habe sie mit meinen Gerüchen benetzt. Ich habe auch die Fenster geöffnet, die Luft von draußen, vom Meer hineingelassen. Und selbst war ich auch draußen, am Meer. Dort habe ich mich angepasst, habe mich in den Wellen mit Salzwasser besprenkelt, meine Beine mit Sand paniert, habe meine Haare vom Wind durchwehen lassen, bis ich so roch wie das Meer.
Jetzt, sechs Tage später, trägt die Wohnung die Zeichen und Gerüche meines Urlaubs-Ichs wie ein Parfum. Ihr salziger Meergeruch betört mich, während ich im Bett liege, dem Rauschen der Wellen lausche, glücklich meine Nase wälze in der Wonne des Moments. Sechs Tage später bin ich angekommen, fühle mich nicht mehr fremd. Ich bin zum Teil der Wohnung geworden, nicht wegzudenken, ihr Inventar.
Trotzdem wird es in zwei Tagen wieder weiter gehen, zurück dorthin, woher ich kam. Mit mir werden all diese Gerüche verschwinden, ausradiert und dann ersetzt von anderen Menschen, so lange bis ich wiederkomme im nächsten Jahr.