Again and again

Gedicht

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Can you feel the magic
Although everything is falling apart?
Do you see the gold
In the shards of a broken heart?

It takes strength not to fall
So much more to get up
It takes courage to go on
Even more to try your luck

So will you try
Even if the road is stony?
Will you give your heart
Even if you risk to be lonely?

Again
and again
and again… .

Orange Waves

Gedicht

KatEss-OrangeWaves_2020

 

Yesterday when I walked in the park,
The clouds painted orange waves on heaven‘s sea.
Did nobody look up but me?

Yesterday before the sky went dark,
A star stood lonely watching the heads of the trees.
Did nobody see him but me?

I‘m a lonely wanderer on this earthen path,
My companions are the things that I see.
But I can be quiet in my unruly heart.
When I watch what nature gives, I find peace.

Neuanfang / New beginnings

Worte & Gedanken

KatEss-Berlin-2009

Neuanfang

Vor 10 Jahren bin ich nach Berlin gekommen.
Das Gepäck, das ich hierhin trug, war schwer.
Es hat 10 Jahre gedauert, meine Koffer zu öffnen, ihren Inhalt herauszuholen, zu sortieren, teilweise zu verbrennen und durch so viel Neues zu ergänzen.
Jetzt fühle ich mich zum ersten Mal,
als hätte ich alles ausgepackt.

Vielleicht bin ich endlich angekommen.

——

New beginnings

Ten years ago I arrived in Berlin.
The baggage I carried with me was heavy.
It took 10 years to open my suitcases, to extract their content, to organise it, partially burn it and to complement it with so many new things.
Now for the first time I feel I’ve unpacked everything .

Perhaps I have finally arrived.

Der letzte warme Tag

Worte & Gedanken

Scharmuetzelsee_Foto_KathrinEss2018

Der letzte warme Tag
bringt Gewissheit.
Dass Dinge sich stetig ändern und der Zyklus der Welt doch der gleiche bleibt.
Dass es nichts Schöneres gibt, als das Unperfekte, das Rohe, das sich noch formen lässt.
Dass in jedem Ende auch ein Anfang steckt.

Der letzte warme Tag bringt Freude.
Und Nostalgie.
Er trägt eine inhärente Schwere, die doch mit Leichtigkeit zu nehmen ist.
Ich umarme ihn zum Abschied.
„Mach’s gut, mein Freund. Bis nächstes Jahr“, flüstere ich leise, als er langsam verschwindet und die Sonne dabei mit sich nimmt.

Kompass

Worte & Gedanken

Manchmal passiert es im Leben, dass du im einen Moment alles hast und im nächsten nichts. Dass du im einen Moment noch den festen Boden unter den Füßen spürst und er im nächsten spurlos verschwunden ist. Dass dich eine unsichtbare Macht von der Erde und aus ihrer Umlaufbahn katapultiert. Hinein ins endlose All. Völlig erfroren, völlig allein.
Dort schweben sie dann, dein Herz und deine Seele, ziellos in der Dunkelheit. Ziellos im luftleeren Raum. Da wo vorher ein Weg war, ist nunmehr die bedrückende Weite der Unendlichkeit. Ohne Kompass und Orientierungssinn treibst du in ihr. Nicht einmal die Sterne oder das Licht der Sonne zeigen dir, wohin du dich wenden sollst. Es gibt keinen Indikator mehr für richtig oder falsch. Du weißt, dass du für den Moment nichts machen kannst, nur schweben. Doch das bist du nicht gewohnt. Also ruderst du. Mit Armen und Beinen. Immer stärker. Ergebnislos. Bis du schließlich aufgibst, dich der Schwerelosigkeit hingibst, dich von ihr treiben lässt. Sie nimmt dich auf, umhüllt dich. Sie ist dunkel und kalt, doch auch schützend und klar. Sie umfängt dich, leckt deine Wunden, schenkt dir schließlich neue Kraft.
Und dann irgendwann, klärt sich das Dunkel um dich auf. Du beginnst die Sterne zu sehen. Erst einen, dann zwei, dann ganz viele. Und dann weißt du, dass es weitergeht. Du beginnst wieder zu rudern, nutzt all deine neugewonnene Kraft. Du beschleunigst, findest vielleicht einen Rettungsring, vielleicht auch einfach nur einen Wegweiser, einen neuen inneren Kompass, der dir sagt, dass es weitergeht. Auf einem neuen Weg. Auf einem neuen Boden.

Das kleine Glück

Worte & Gedanken

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Manchmal bin ich eine Schlafwandlerin am hellichten Tag. Meine Träume begleiten mich, obwohl ich längst aufgewacht bin. Meine Gefühle verdrehen die Grenzen zwischen Traum und Realität, zwischen Magie und Alltag. An solchen Tagen kitzelt mich der Schnee zum Frühlingsanfang, erzählt mir Geschichten von der Schönheit der kleinen Dinge. An solchen Tagen weiß ich das Glück zu packen, und es mir unter den Arm zu klemmen. An solchen Tagen weiß ich, es für andere mitzunehmen und ihnen zu schenken….

Die Baustelle

Gedicht

 

In Berlin wird gebaut
Unermüdlich, Stein auf Stein
Das war schon immer so
Und wird niemals anders sein

In Berlin ist es kalt
Menschen frier‘n, Menschen schimpfen
Laufen nur schnell vorbei
Wegschaun, Nasen rümpfen

Ich bin zu lange hier
Wollt’ nicht bleiben, sitze fest
Bin eine von vielen
Die ihr schließlich doch vergesst

Berlin ist halt anders
Tag ist Nacht und Nacht ist Tag
Und ich stelle fest,
dass ich diese Stadt
sogar im tiefsten Winter mag

Auf der Suche nach Weihnachten

Worte & Gedanken

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In einer Zeit, die eigentlich so still sein sollte, so besinnlich, bin ich auf der Suche nach Ruhe, doch ich finde sie einfach nicht. Die Gedanken sind rastlos, reden unentwegt auf mich ein. Sie haben Pläne, sie haben Ziele, doch ich schaffe es nicht, ihnen zuzuhören, mit ihnen mitzuhalten. Mein Gehirn wäre nämlich lieber träge und starr, mein Herz eingeschneit, einsam, eingekuschelt in eine Decke vor einem knisternden Kamin. Die Termine und Deadlines türmen sich vor mir auf wie ein Kartenhaus, bereit mich jeden Moment unter ihnen zu begraben, also renne ich mit ihnen, neben ihnen oder vielleicht eher nur hinter ihnen her. Denn so schnell wie alle anderen bin ich nicht.
Was ist es nur mit dem Ende des Jahres, dass wir so in Stress geraten, dass wir uns nicht trauen, Langsamkeit zu wagen? Was ist es nur mit der Weihnachtszeit, dass wir lieber Dingen nachjagen, und dabei das Träumen, das Nachdenken vergessen? Hat denn niemand bemerkt, dass bald Weihnachten ist, oder haben es alle gemerkt, nur ich nicht? Sind denn alle so viel resistenter, so viel rasanter, so viel besinnlicher als ich? Vielleicht bin ich es nur, die ständig Ruhe sucht, auf Weihnachtsmärkten, in Kinderaugen, in Kerzen, Keksen und Musik. Vielleicht liegt es nur an mir die Ruhe in mein Herz zu holen, der Stille ab und zu zu erlauben, sich zu setzen, mit mir gemeinsam auf Nichts zu warten, bevor ich mich dann doch wieder mit allen anderen ins Getümmel schmeiß. Auf der Suche nach Ruhe, auf der Suche nach Weihnachten.

Die Gefühle

Worte & Gedanken

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Was ist, wenn du ein Gefühl hast, das du nicht rauslassen kannst, wenn es sich festsetzt, wie Haare in einem Ablussrohr, dort ganz langsam ein Barriere bildet, undurchdringlich für alle anderen Gefühle? Was ist, wenn sich diese anderen Gefühle dann dahinter aufstauen, immer fester drücken, das Rohr fast zum brechen bringen? Wirst du einfach nur in deinen Gefühlen herumstochern, mit einem Draht zu fein, um etwas auszurichten, zu stark um es nicht noch mehr zu verschlimmern? Wirst du schließlich zu härteren Mitteln greifen, bis deine Gefühle nur noch eine weiße Suppe sind, in der du langsam davon spülst? Wirst du sie zutage fördern, dich mit ihrer Abartigkeit auseinandersetzen, mit dem Klumpen, der sie inzwischen geworden sind? Oder wirst du warten bis das Rohr schließlich bricht, und du in einem Scherbenhaufen sitzt, aber auf deiner Hand deine Gefühle?